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Atemberaubendes Berchtesgaden

Hey Freunde,

ich war wieder unterwegs. Und zwar ging es dieses Mal ins wunderschöne Berchtesgaden in den bayerischen Alpen. Eine Wochenend-Tour, die ich zusammen mit meinem Bap (Papa) schon lange machen wollte. Warum es am Ende wortwörtlich atemberaubend wurde und wie es wirklich war, erfährst du in den kommenden Minuten.

Also, los gings um 2 Uhr, als mich der Wecker aus dem Bett warf. Kaum geschlafen und völlig übermüdet ins 3 Stunden entfernte Berchtesgadener Land. Zum Glück war kaum Verkehr, sodass wir ohne größere Verzögerungen bereits um halb 6 unsere erste Wanderung antraten.

Geplant waren am heutigen Freitag der Aufstieg zum Watzmannhaus, der weitere Aufstieg zum Hocheck-Gipfel, sowie der anschließende Abstieg zum Parkplatz an der Wimbachbrücke. Bereits im Vorfeld hatte ich erfahren, dass es ziemlich steil bergauf geht, aber Freunde, was war denn das? Vom ersten Meter ging es bergauf, steil bergauf, und das auf dem kompletten Weg bis zum Watzmannhaus! 4 Stunden nur den Berg rauf, nicht ein Mal ein Stück eben.

 

 

Von der Wimbachbrücke auf’s Watzmannhaus in Berchtesgaden

Parken kann man ganz bequem beim Wanderparkplatz an der Wimbachbrücke nahe der B305. Aktuell (August 2017) kostet das Parkticket für einen Tag 5€, mit Gästekarte 2,50€. Anschließend geht es auf einem bald steil ansteigenden Wanderweg nach oben. Nach etwa einer Stunde Anstieg erreicht man die schön gelegene Stubenalm, nach einer weiteren Stunde die von Weidevieh umgebene Mitterkaseralm, um sich eine erste Pause zu gönnen. Und Freunde, ganz ehrlich, ihr werdet hier schwitzen wie nochmal was. Die ersten beiden Stunden haben’s sowas von in sich, da haut’s sogar mir den Stopsel raus. Also bitte auch an die warme Jacke denken, es kann frisch werden.

Nach der Mitterkaseralm geht es nicht mehr lange ganz so steil nach oben und der Weg führt in Serpentinen weiter. Bereits von der Stubenalm hat man das Watzmannhaus stets fest im Blick, was Vorfreude aufkommen lässt (es warten aber noch offizielle 2,5 Stunden Wanderung). Nach den Serpentinen wird es etwas ebener, vorbei an einer Biwakhütte erhält man einen wunderschönen Blick auf den Watzmann und seine sieben Kinder. Ab jetzt sind es nur noch etwa 60 Minuten bis zum Watzmannhaus und der ersten größeren Pause.

Oben angekommen erhält man einen wunderbaren Blick auf die umgebende Berglandschaft, sowie die im Tal gelegenen Orte Berchtesgaden, Ramsau, Oberschönau, …

 

Die offiziell angegebene 4 Stunden-Wanderung ist mit guter Kondition und ein paar kleineren Pausen locker auch in 2,5 Stunden machbar. Größtenteils geht man auf einem breiten Wanderweg, lediglich der Weg nach der Mitterkaseralm wird schmaler und teils auch ein wenig abfällig. Auf festes, knöchelhohes Schuhwerk sollte man aber trotzdem nicht verzichten. TIPP: Wanderstöcke für den Abstieg mitnehmen, die Kniebelastung ist dort extrem hoch!

Watzmannhaus mit Blick auf Watzmann - Berchtesgaden
Watzmannhaus mit Blick auf den Watzmann
Watzmannhaus - Aufstieg Hocheck
Vom Watzmannhaus auf's Hocheck, Route zur Watzmannüberschreitung

Vom Watzmannhaus auf’s Hocheck

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Watzmannhaus ging unsere Wanderung weiter Richtung Gipfel des Hochecks. Und plötzlich zog es zu, kühler Wind bließ uns um die Ohren und die Sicht begrenzte sich auf 50 Meter. Der Anstieg wurde immer steiler, immer ausgesetzter und immer alpiner. Bald schon hatten wir Mühe die Markierungen auf den Steinen zu finden um dem weiteren Weg zu folgen.

Der Aufstieg wurde immer beschwerlicher, teils löste sich Geröll unter den Füßen, teils musste man richtig auf allen Vieren kraxeln. Gefährlich vor allem, wenn über dir, bzw. unter dir jemand geht. Wie wir einen Tag später erfuhren, verunglücken hier immer wieder Touristen, weil sie die Gefahr des Geröllabgangs unterschätzen. Zum Schluss erwartet einen nochmal ein etwas heikleres Stück. Man hat nur die Wahl einen Weg zu nehmen, links fällt die Steilwand Richtung Watzmann ab und auf der rechten Seite Richtung Steinernes Meer.

Geil, endlich oben angekommen, hat man einen Wahnsinns-Blick über die Bergwelt. Und der absolute Hammer: Auf gut 2600 Metern ging kein Wind und es war genau angenehm warm, denn nach gut der Hälfte des Aufstiegs klarte es wieder auf und die Wolken verzogen sich größtenteils. Der ganze Körper zitterte nach diesem Aufstieg und plötzlich kommt dir da oben so der Gedanken, „Oh, da müssen wir ja auch irgendwie wieder runter“. Spannend Freunde, sehr spannend 😀

Nur soviel: Wir haben’s natürlich wieder nach unten geschafft, was am Watzmannhaus auch mit einer erfrischenden Halbe, bzw. Maß belohnt werden musste 🙂

! Steiler Anstieg in alpinem Gelände. Ausgesetzter Weg und loses Geröll machen den Aufstieg sehr gefährlich, vor allem wenn das Wetter umschwingt. Deshalb nur zu empfehlen bei absoluter Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mit passendem Schuhwerk und ausreichender Kondition und Ausdauer!

 

Das Bergsteigen hier auf’s Hocheck in Berchtesgaden brachte auch mich an meine Grenzen. Der Ausblick oben belohnt den anstregenden Aufstieg. Wir haben die nach offiziellen Angaben 14-stündige Tour in 8 Stunden 36 Minuten geschafft, was mit guter Kondition und Ausdauer locker machbar ist.

Irgendwann in ein paar Jahren, wenn ich noch wesentlich mehr Bergerfahrung sammeln konnte, werde ich hierher zurückkehren und die Watzmannüberschreitung wagen. Aber dafür braucht es noch sehr viel Übung, nicht umsonst stürzen dabei jedes Jahr einige Menschen hier in den Tod.

Merke dir immer eins, auch auf dem Berg: Die Natur holt sich immer zurück was ihr gehört und kennt dabei keine Gnade!

Aufstieg Hocheck - Berchtesgaden
Aufstieg auf's Hocheck
Ausblick Steinernes Meer - Berchtesgaden
Blick in's Sterinerne Meer
Dohle am Hocheck - Berchtesgaden
Neugierige Alpendohle

Der Tag danach, atemberaubend

Ohmei Freunde, was soll ich sagen.. In den Schultern hats schon a bisserl gezogen, wennst über 8,5 Stunden den Rucksack drauf hast und vorne die Kameratasche mit nochmal dem gleichen Gewicht baumelt. Aber ein Schrank wie ich hält des natürlich aus 😀

Spaß beiseite, der Tag fing nämlich gar nicht so cool an.

Als erstes stand nämlich heute das Frühstück im Vordergrund. Geplant war eine Tour mit dem Boot über den Königssee zum Obersee und zum Röthbach-Wasserfall, dem höchsten Deutschlands. Also gefrühstückt und direkt mal die Erdnuss im Müsli verschlungen. Geil, hammer, mega Gefühl – vor allem bei einer Erdnuss-Allergie 😀

Gut, war dann erstmal gar nicht so schlimm wie angenommen und wir konnten unsere Tour ohne Probleme starten.

Eines will ich euch nicht vorenthalten, denn es ist vor Ort der absolute Hammer, wenn du mit diesem kleinen Boot über den riesigen Königssee in Berchtesgaden schipperst. Beeindruckende Berglandschaft, vom Allerfeinsten! Und auf einmal hält das Boot und es wird über ein Flügelhorn eine Melodie gegen die Felswand geblasen, das berühmte Echo vom Königssee, klasse! Ich hab’s euch als kleines Special hier rechts, bzw. unten aufgezeichnet, am Besten den Ton ganz laut machen und genießen! 🙂

Weiter ging die Bootsfahrt nach Sankt Bartholomä, dieses berühmte Postkartenmotiv mit der Watzmann-Ostwand im Hintergrund. Unser Weg führte ab Salet zum Obersee. Ein kleiner Gebirgssee in Berchtesgaden, der vor hunderten Jahren durch einen gewaltigen Felssturz vom Königssee getrennt wurde. Eine wunderschöne türkisblaue Farbe und die Klarheit des Sees inmitten der steilen Felswände außenrum laden zum Träumen ein. Wenn da nicht die ganzen Touris wären..

Der weitere Weg ging entlang des Sees zur Fischunkelalm. Eine kleinere Steigung, für welche man durchaus auch festes Schuhwerk anhaben sollte, nicht wie einige ganz helle Köpfe mit FlipFlops in den Bergen rumzulaufen, aber sonst keine nennenswerten Anstiege. An der Fischunkelalm vorbei führt der Weg zum höchsten Wasserfall Deutschlands, dem Röthbachfall. Bereits jetzt betrug die Luftfeuchtigkeit an die 100% und plötzlich machte sich meine Erdnuss-Allergie vom Morgen wieder bemerkbar. In Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit und der Anstrengung bekam ich auf einmal kaum mehr Luft, das Atmen fiel extremst schwer. Auch Pausen oder Trinken half diesmal überhaupt nichts. Da hat mir tatsächlich diese wunderbare Natur- und Berglandschaft den Atem geraubt.

Übrigens: Den Wasserfall kann man anscheinend nur aus der Ferne beobachten, ein direkter Weg führt nicht dorthin. Sollte ich falsch liegen korrigiert mich bitte in den Kommentaren unten.

Wir haben dann gewendet und eine kurze Rast bei der Fischunkelalm eingelegt. Ich musste schnellstens zurück ins Hotel, das war der einzige Weg für mich in diesem Moment. Gar nicht so einfach, wenn noch 1,5 Stunden Wanderung und eine fast einstündige Schifffahrt vor dir liegen. Ich hab’s aber zum Glück überlebt, wobei es gar nicht so cool war zwischendurch.

Leider war für mich dann der Tag gelaufen. Am Abend kam dann noch ein alter Bundeswehrkumpel meines Papas im Gasthof vorbei. Waren anscheinend sehr lustige und anstrengende Zeiten damals, auf jeden Fall ein unterhaltsamer Abend 😀

Sankt Bartholomä - Königssee Berchtesgaden
Sankt Bartholomä am Königssee in Berchtesgaden

Das Echo vom Königssee

Hütte am Obersee - Berchtesgaden
Hütte am Obersee in Berchtesgaden
Obersee mit Blick auf Watzmann - Berchtesgaden
Obersee mit Blick auf den Watzmann

Ein Stromausfall zum Schluss

Und auch der letzte Tag sollte noch eine Überraschung bereithalten.

Da leider das Wetter in der Nacht umgeschlagen hatte und Dauerregen bei 16°C nicht gerade angenehm zum Wandern oder Bergsteigen ist, entschlossen wir uns kurzerhand das Salzbergwerk in Berchtesgaden zu besuchen. Am Besten gleich die erste Tour, da es touristisch vermutlich ziemlich voll werden würde.

Nach ein paar interessanten Fakten und Attraktionen im Bergwerk gelangten wir schließlich an einen See, 50 Meter unter der Erde, welchen es mit einem großen Floß zu überqueren galt. Nachdem das von einem Seil gezogene Floß etwa die Mitte des Sees erreicht hatte und uns eine tolle Lichtshow geboten wurde, stockte plötzlich das Floß. Zuerst dachte man, es sei Absicht um die Lichtshow zu genießen, aber als dann der Führer zu telefonieren begann, ahnte man schon, dass hier was nicht stimmen kann.

Ich kürz das ganze mal etwas ab. Wir wurden dann per Handkurbel aus unserer etwas verzwickten Lage befreit und durften dann zum Schluss auch noch 650 Meter aus dem Salzbergwerk in Berchtesgaden zu Fuß gehen, da durch den Stromausfall auch die Eisenbahn nicht mehr funktionierte. Ansonsten war es aber eine sehr informative Führung, welche für Jung und Alt ausgelegt ist.

Und draußen.. stauten sich natürlich die Menschenmassen aufgrund des Stromausfalls. Also kleiner Tipp: Lieber mal etwas früher aufstehen 😉

 

And now for all my friends from abroad: You are staying in the bavarian alps, so please be friendly, greet others and respect the nature!
The only words you need to say are „Servus“, „Griaß di“ or „Griaß eich“ – NOT! „Guten Tag“, „Grüß Gott“, „Hallo“ or „Tschüss“.

#ikannsnimmerhern

 

Und somit endet ein wunderbares Wochenende. Vielen Dank und einen riesengroßen Respekt an meinen Bap, der diese Tour auf das Hocheck und den Watzmann vermutlich das letzte Mal gegangen sein wird. DANKE, dass du mir das noch gezeigt hast!!! 🙂

Die Route

Hier hab ich dir die Route ausgehend vom Wanderparkplatz an der Wimbachbrücke über das Watzmannhaus auf’s Hocheck in Berchtesgaden eingezeichnet.

Da der Aufstieg (und daraus folgend auch der Abstieg) steil bis zum Teil sehr steil ist, die Wege vor allem beim Aufstieg auf’s Hocheck sehr ausgesetzt und alpin sind, empfehle ich diese Wanderung nur an konditionierte Bergsteiger weiter.

Für den Aufstieg zum Watzmannhaus ist eine gute Kondition und Ausdauer Voraussetzung. Für den weiteren Aufstieg auf den Gipfel des Hochecks zudem Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ein einziger Stein kann hier durch die steile Hanglage eine Kettenreaktion und somit eine gefährliche Gerölllawine auslösen! Bitte bedenken!

Atemberaubendes Berchtesgaden
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Atemberaubendes Berchtesgaden
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Unterwegs im Berchtesgadener Land in den bayerischen Alpen. Warum es wortwörtlich atemberaubend war, erfährst du hier.
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