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Einmal Allgäu mit Allem

Hi Freunde,

es war wieder soweit. Nach der Alpenüberquerung 2016, starteten wir vor Kurzem eine Allgäudurchquerung und zwar mit so ziemlich Allem was dazugehört. Was genau, erfährst du in den kommenden Minuten 😉

Viel Spaß beim Lesen 🙂

Los ging unsere Tour in der Nähe von Regensburg, natürlich erstmal mit dem Auto. Die Fahrt war schon sehr spannend, denn neben tollen Gesprächen verfuhr ich mich, aufgrund der mehr als charmanten Beifahrerin, am Kreuz Neufahrn auf der A9 bei München ganze 3 Mal! Trotz Navi und Schilder 😀 Da waren die Gespräche einfach so fesselnd, dass der Orientierungssinn echt zu wünschen übrig ließ..

Irgendwann haben wir’s aber dann doch noch nach Oberstdorf geschafft, von wo aus unsere Tour starten sollte. Genauer gesagt an der Fellhornbahn, die auch den Endpunkt unserer Tour markierte.

Also raus aus dem Auto, Rucksack umgeschnallt und los ging’s.

 

Der Plan durch’s Allgäu:

Etappe 1: Fellhornbahn über Spielmannsau zur Kemptner Hütte
Etappe 2: Kemptner Hütte über den Heilbronner Weg zur Rappenseehütte
Etappe 3: Rappenseehütte zur Mindelheimer Hütte
Etappe 4: Mindelheimer Hütte über Fiderepasshütte zur Fellhornbahn

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging es entlang der Stillach zum Parkplatz Renksteg, von wo aus wir weiter nach Spielmannsau wanderten.

Vorbei am glasklaren und mit Sicherheit eiskalten Christlessee, den wir ausnahmsweise nicht zur Abkühlung nutzten, führte uns der Weg in das kleine Dorf Spielmannsau. Nach einer kurzen Stärkung setzten wir unseren Weg Richtung Kemptner Hütte fort. Und schon relativ bald stellten wir fest, dass ich den Weg anscheinend etwas anders in Erinnerung hatte, ups..

Da geht’s doch tatsächlich relativ bald schon dezent sehr steil bergauf. Und das gute 2,5 Stunden lang. Also Kondition ist hier echt von Vorteil! Erst in Serpentinen durch den Wald, dann entlang eines Berghangs führt der Weg schließlich hinauf zur ersten Übernachtungshütte. Und natürlich haben wir das kleine steile Stück da gerockt, wenn auch etwas erschöpft am Schluss. Endlich eine warme Dusche und rein in die kuschligen Klamotten, wuhuu! So der Plan..

Und tatsächlich gab’s die Dusche, aber eiseiseiseiskalt. Also ziemlich genau so | | kalt (Männer ihr wissts Bescheid 😉 ) Dafür waren das warme Essen und die kuschligen Klamotten im Anschluss umso erwärmender. Und noch was: Das Matratzenlager scheint ziemlich aktuell zu sein, und neben uns beiden blieb sogar der Platz leer, was auf eine halbwegs entspannte Nacht hoffen ließ.

Und so verbrachten wir die letzten Stunden des Tages mit Essen und Karten spielen.

 

Tag 2 – Heilbronner Höhenweg

Huiuiui, da hat doch glatt nicht ein Mensch im Lager geschnarcht letzte Nacht. Sehr merkwürdig..

Der Tag startete mit anhaltendem Nieselregen, der mit zunehmender Höhe langsam in leichten Schneefall überging.

Nachdem die ersten Stimmungsschwankungen aufgrund des Wetters durch einen tollen Ausblick belohnt wurden, ging’s schon wesentlich besser. Denn für heute brauchten wir unbedingt gutes Wetter! Ausgesetzte Teilstücke und der höchste Punkt der Tour warteten auf uns. Und tatsächlich: Nach einiger Zeit stießen wir auf zwei Bergsteiger, die uns davon berichteten, dass ein Teil des Weges weggebrochen sei und man nur auf allen Vieren voran käme. Also Alternativweg gesucht, no Problem.

War dann schonmal sehr interessant, im Anschluss kreuzten wir sogar ein richtiges Schneefeld. Sah aus wie im höchsten Winter. Aber bis hierher zur Mädelegabel ist alles relativ gut zu meistern, wenn man trittsicher und schwindelfrei ist.

 

Jetzt wurde es spannend

Nun sollte der schwierigste Teil der Tour auf uns warten. Und Freunde, jetzt mal im Ernst: Geht dieses Stück nur, wenn ihr etwa 4 Stunden volle Konzentration bringen könnt, schwindelfrei und absolut trittsicher seid und am Besten kein Schnee liegt!! Es ist zwar kein Klettersteig und auch mit normaler Ausrüstung, wie Wanderschuhen machbar, trotzdem sollte man immer auf die eigene Sicherheit achten. Schwierige Passagen sind mit Stahlseilen gesichert. Dennoch: Ein falscher Schritt und du kannst hier weg sein! Ich hab lang überlegt, ob ich des hier erwähnen soll, weil sich bestimmt einige Leute Sorgen machen werden, aber ich kann allen versprechen, wir haben das unter voller Konzentration gemacht und waren zu keiner Zeit einer wirklichen Gefahr durch die ständige Eigensicherung und Hilfe durch den anderen ausgesetzt. Passt da bitte auf euch auf und seid nicht leichtsinnig! Bei einigen Leuten kann man echt nur den Kopf schütteln, was die da auf dem Berg veranstalten..

Immer wieder spitzten an diesem Tag die Gipfel einiger Berge durch die oft dichte Wolkendecke, wie ihr auf den Bildern unten sehen könnt. War trotz der Anstrengung ein echt schöner Tag!

Der Abstieg zur Rappenseehütte erfolgte über ein großes Geröllfeld und durch eine Scharte. Beim Abstieg setzte sich noch dichter Nebel über der Hütte fest, der sich aber später wieder verzog und einen klaren Blick auf den Allgäuer Sternenhimmel ermöglichte. Eine wunderbare Nacht!

 

Der nächste Tag der Steinbock-Tour

Nachdem diese Nacht ein extremer Schnarcher neben uns lag und man sich tatsächlich das ein oder andere Mal Gedanken um seine Gesundheit machen musste, waren wir natürlich nicht ganz so fit an diesem Morgen. Trotzdem ging die Stimmung gleich wieder nach oben, denn es schien die Sonne. Später zogen aber auch heute wieder Wolken auf. Erst war ein relativ langer Abstieg angesagt, der aber später in einem krassen Aufstieg endete. 650 Höhenmeter in 1,15 h sind mehr als sportlich mit schwerem Gepäck! Zum Glück war am Ende des Aufstiegs schon die Hütte in Sicht, was uns auf einen ruhigen und gechillten Abend einstimmen ließ.

 

Die letzte Etappe

Eigentlich sollte uns heute der Weg über die Fiederepasshütte zurück zum Parkplatz der Fellhornbahn führen. Aber bereits am Morgen war der Wind ziemlich stark und auch ein ziemlich uncooler Regen hielt Einzug.

Nach einer kurzen Beratung entschieden wir uns für einen frühzeitigen Abstieg nach Birgsau und gingen von dort aus zurück zum Wanderparkplatz. Freunde, wir waren noch nie so nass wie an diesem Tag. Neuseeland war da ein Kinderspiel dagegen. Nach gut 30 Minuten war alles nass, nach einer Stunde stand das Wasser in den Schuhen. Total irre, dieser krasse Regen..

Haben dann die 5.45 h Abstieg auf 3.15 h gemacht. Es war einfach alles nass, klamm und eiskalt. Also noch schnell umgezogen und dann die Heimfahrt angetreten.

 

Und noch was: Die Tour nennt sich zwar Steinbock-Tour, gesehen haben wir aber im Prinzip nicht einen. Vielleicht halten die ja schon alle Winterschlaf in ihren Höhlen.. 😉

Die Steinbock-Tour

Schwierigkeit: ●●●●●
Landschaft: ●●●●●
Länge: 52,6 km
Zeit: 21 h
Aufstieg: 2.531 m
Abstieg: 2.531 m
Etappen: 4
Hütten: Kemptner Hütte, Rappenseehütte, Mindelheimer Hütte
Lagebericht: Bergsportbericht Oberstdorf

Steinbock-Tour Allgäu Bergtraum
Weg nach Spielmannsau
Matratzenlager Kempter-Hütte
Matratzenlager Kempter-Hütte
Schneefeld am Heilbronner Weg
Schneefeld am Heilbronner Weg
Hans-Kaiser-Steig
Hans-Kaiser-Steig
Heilbronner-Thörle
Heilbronner Thörle
Heilbronner-Weg
Heilbronner Weg

Und somit endet eine schöne, aber auch genauso anspruchsvolle Tour durch die Allgäuer Hochalpen. Definitiv empfehlenswert!

P.s. Schaut auch mal auf heimatbayern.de vorbei. Dort findet ihr mit Sicherheit in Kürze einen weiteren spannenden Bericht 🙂

Einmal Allgäu mit Allem
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Einmal Allgäu mit Allem
Beschreiung
Steinbock-Tour als Teil der Allgäudurchquerung. Schöne, aber anspruchsvolle Tour durch die Allgäuer Hochalpen.
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